Das Schnagsehüsli in Erzingen



Es ist ein einfaches, aber augenfälliges Gebäude, das an der die Kirchhofmauer angelehnt steht. Es wird im Volksmund Schnagsenhüsli genannt. Die Bedeutung des Häuschens und seines Namens sind nicht eindeutig klar. Eine Jahreszahl über dem Kellereingang weist auf das Jahr 1671 hin.



Wahrscheinlich war es das Haus eines Tagelöhners, der seine Behausung gnädigerweise an die Kirchhofmauer bauen durfte. Zum Haus gehörten jeden- falls keine zwei Meter eigener Grund und Boden.

Verschiedene Versionen versuchen, vom Namen her zu einer Deutung zu kommen. Vielleicht trug einer der Bewohner den Namen Schnag, und dieser Name wurde so zum Hausnamen. Dieser Familienname sei im späten 17. Jhdt. hier nachgewiesen. (laut H. Gasser)
Eine andere Erklärung dazu fand Hubert Roth. Er ging der Bedeutung des Wortes "schnagsen" nach. Nach dem Alemannischen Etymologischen Wörterbuch bedeutet "schnagsen" das Verbrauchen der Essensreste vom Tisch der Herrschaft. Bedienstete erhielten oft das, was vom Tisch der Herrschaft übrigblieb. Und so wurde aus dem Gesindehaus das Restehäuschen oder eben das "Schnagsenhüsli". (Hinweis von H. Roth)

Das Schnagsenhüsli wurde 1923 von Josef Indlekofer für damals 5 Millionen Mark gekauft und jahrzehntelang von den drei Geschwistern bewohnt. über Karoline Indlekofer kam das Häuschen an die Familie Zölle und sp�ter an Marcel Indlekofer.

Beim Neubau der Kirche sollte das alte Gemäuer abgerissen werden. Doch man entschloss sich 1970 zur Restaurierung. Nach guten Ratschlägen der Denkmalbehörde wurden die alten Bauelemente wieder herausgestellt. Eine Besonderheit ist die vordere Fachwerkwand, die um eine Stufe vorgesetzt ist und auch der kleine Gewölbekeller mit seiner massiven, ausgefällten Vorderwand.

Vor einigen Jahren wurde von der Familie Indlekofer vom Erzinger Weinmarkt in diesem Kellergewölbe ein kleiner Weinkeller eingerichtet. Er soll den Freunden des Erzinger Weins zu Weinproben zur Verfügung stehen. - Wir wünschen Ihnen dabei viel Vergnügen!